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EVN Abfallverwertung NÖ
erweitert Müllver-
brennungsanlage um 3. Linie

Zwei Jahre nach Inbetriebnahme der thermischen Abfallverwertungsanlage Zwentendorf/Dürnrohr steht die EVN Abfallverwertung NÖ bereits vor einer Erweiterung. Geplant ist der Zubau einer 3. Linie zu der Anlage, die heute in zwei Linien fährt. Die deutliche Zunahme der zu entsorgenden Abfallmengen bedingt durch das Inkrafttreten der TA Siedlungsabfall und der Abfallablagerungsverordnung in Deutschland, die einen grenzüberschreitenden Transport von Abfällen verhindern, und das Ansteigen des Heizwertes der derzeit angelieferten Abfälle und damit verbunden das Sinken der Durchsatzkapazität der Anlage machen die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten auf höchstem technischen Niveau erforderlich. Darüber hinaus konstatiert der österreichische Bundesabfallwirtschaftsplan, dass die bereits bestehenden inklusive der bis 2008 noch geplanten Müllverbrennungskapazitäten für eine autarke Entsorgung in Österreich nicht ausreichend sind.

Die EVN-Anlage soll deshalb bis zum Jahr 2010 von einer Leistung von derzeit 120 MW auf 210 MW ausgebaut werden. Auch die zusätzliche Verbrennungslinie wird wie die Linien 1 und 2 der thermischen Verwertung der Abfälle und der Erzeugung von Dampf dienen, der im Kraftwerk Dürnrohr zur Gewinnung von Strom und Fernwärme sowie von Prozessdampf für die Agrana Bioethanolanlage genutzt werden wird. Dadurch wird die EVN Abfallverwertung NÖ nicht nur einen weiteren wichtigen Beitrag zur umweltgerechten Abfallentsorgung leisten, sondern durch den Energieverbund mit dem Kraftwerk Dürnrohr auch zusätzliche Energie- und CO2 -Einsparungen erzielen.

Eine weitere ökologische Säule der EVN Abfallverwertung NÖ ist die Anlieferung der Abfälle und der Abtransport der Reststoffe zu 90% per Bahn. Dieses innovative Logistikkonzept gilt selbstverständlich auch für die 3. Linie. Denn nicht nur die Behandlung von Abfall muss auf die für die Umwelt bestmögliche Weise geschehen, sondern auch die gesamte Logistik hat umweltschonend zu erfolgen.

Aussehen wird die neue Linie 3 nahezu genau so wie die bereits bestehende Anlage. Auf dem Computer- animationsbild ist zu sehen, daß der jetzige Eingangsbereich - einfach gesagt - ein Stück in Richtung Nordwest „verschoben“ und die Anlage um die neue Linie verbreitert wird.

Diese Linie, die parallel zu den beiden vorhandenen errichtet wird, besteht wiederum aus einem Verbrennungsrost und einem Kessel sowie einer dreistufigen Rauchgasreinigungsanlage, die eine trockene Stufe (Gewebefilter), eine zweistufige Naßwäsche (saurer Wäscher und Gipswäscher) und eine DeNOx-Anlage (Katalysator) umfaßt.

Neu hinzu kommt auch ein sogenannter „Vorbunker“, der als Erweiterung des derzeitigen Müllbunkers für die Erfassung der nun zusätzlich hinzukommenden Müllmengen dienen wird. Er ist als Zubau im Süden der Anlage zu sehen, die rote automatische Containerkranentladeanlage überbrückend. Der Vorbunker wird mit weiteren 3 Abkippstellen und einer Sperrmüllschere ausgestattet sein. Aus dem Vorbunker werden die Abfälle mit einem Laufkran in den bestehenden Müllbunker transportiert.

Das Projekt befindet sich derzeit im Stadium der Einreichung zum UVP-Verfahren, die Ende Mai 2006 erfolgen soll. Alle Aspekte der Umweltverträglichkeit wurden von den durch die EVN Abfallverwertung NÖ beauftragten Sachverständigen erhoben und in den insgesamt 20 Fachgutachten der Umweltverträglichkeitserklärung dargestellt. Ende Mai 2006 wird die Umweltverträglichkeitserklärung dem Amt der NÖ Landesregierung zum Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren übergeben werden. Die EVN Abfallverwertung NÖ rechnet mit einem entsprechenden Genehmigungsbescheid im Frühjahr 2007. Der Baubeginn ist sodann für den Sommer 2007 geplant. Bauzeit und Inbetriebnahme werden etwa drei Jahre betragen, so dass Linie 3 im Jahr 2010 für den Betrieb zur Verfügung stehen wird.

Daten und Fakten

 
Linie 3
Linie 1+2
 
Brennstoffwärmeleistung (MW)
90 MW
120 MW
 
Maximaler Abfalldurchsatz (t/h)
38 t/h
48 t/h
 
Maximale Dampfmenge (t/h)
106 t/h
160 t/h
 
Schlacke und Asche (kg/t Müll)
250-300 kg/t
250-300 kg/t
 
Eisenschrott (kg/t Müll)
20-30 kg/t
20-30 kg/t
 
Rückstände aus der Rauchgasreinigung (kg/t Müll):
Filterasche
25-35 kg/t
25-35 kg/t
Filterkuchen
ca.1,5 kg/t
ca.1,5 kg/t
Gips
2-6 kg/t
2-6 kg/t
 
Gesamtkapazität
ca. 225.000 t/a
ca. 300.000 t/a